Ergotherapie
In den arbeitstherapeutischen Maßnahmen werden gesunde Persönlichkeitsanteile gefördert und geschult, so dass die Auswirkungen der
Erkrankung zurückgedrängt werden.
Der Bewohner soll durch die Tätigkeit erkennen, dass auch er vom Nachbarn abhängig ist, andererseits ist sein eigenes Produkt Voraussetzung
für die Tätigkeit der anderen Bewohner. Im Vordergrund stehen hier lustbetonte Tätigkeiten, die mit Erfolgserlebnissen verbunden sind. Gearbeitet
wird mit Kleingruppen in den verschiedensten Bereichen (z.B. Gartengruppe, Küchengruppe, Hauswirtschaftsgruppe, leichte Hausmeistertätigkeiten,
Renovierungsarbeiten...). Hier besteht die Möglichkeit, bei entsprechender Motivation auch außerhalb der bestehenden Kernarbeitszeit
(9.00 - 12.00 Uhr) auf freiwilliger Basis weiterhin tätig zu sein.
Alle Bereiche werden angeleitet und entsprechend betreut. Für fortgeschrittene Bewohner besteht die Möglichkeit, auch außer Haus einer Beschäftigung
nachzugehen. So arbeiten wir mit einem Landwirt aus dem Dorf und einigen anderen Arbeitgebern zusammen, um eine Wiedereingliederung in das
“normale” Arbeitsleben anzustreben. Auch Möglichkeiten in Form von Schulbesuchen und/oder Praktika werden angeboten und weiterhin ausgebaut.
Ziel der arbeitstherapeutischen Maßnahmen ist über die Erprobung hinaus die Verbesserung der physischen, psychischen und konzentrativen
Belastbarkeit, Stabilisierung bzw. Steigerung der Arbeitsgrundfähigkeiten und Erhaltung und Entwicklung von Fertigkeiten, die für die berufliche
Wiedereingliederung benötigt werden. Die Maßnahmen sollen damit dem Bewohner im Hinblick auf den angestrebten beruflichen Einsatz körperlich,
geistig und seelisch trainieren, eine gesamte Belastungsstabilität erzielen, die den Bewohner erst in die Lage versetzt, ohne Überforderung wieder in
seinem alten Beruf tätig zu werden bzw. durch spätere berufsbezogene Maßnahmen (Arbeitserprobung, Berufsfindung) zu neuen beruflichen Zielen
geführt zu werden.
Die kreativen Maßnahmen bieten einen geschützen Rahmen, in dem sich jeder/jede Einzelne auf vielfältige Weise erproben und auf eventuelle spätere
Lebenssituationen vorbereiten kann.
Durch die unterschiedlichen Fähig- und Fertigkeiten, persönlichen Wünschen und Neigungen der einzelnen TeilnehmerInnen, sowie deren momentane
seelische Befindlichkeit, werden individuelle Absprachen für die Zielsetzung und den Ablauf der Therapie getroffen. Es besteht die Möglichkeit zur
Entwicklung gemeinschaftlicher und persönlicher Interessen, Fähigkeiten und Perspektiven.
Gearbeitet wird hauptsächlich in Kleingruppen von einer Stärke bis zu max. 5 Bewohnern. Die Zusammensetzung der einzelnen Gruppen unterliegt
regelmäßiger Überarbeitung/Kontrolle um die Entwicklung der einzelnen Bewohner nicht zu unterbrechen/behindern. Angeboten werden hauptsächlich
kreative Tätigkeiten, wie Seiden- und Stoffmalerei, Arbeiten mit Ton und Peddigrohr, Papiergestaltung, Holzarbeiten, WindowColor, Pappmachéarbeiten
etc. Neben der Förderung von Grundarbeitsfähigkeiten (z.B. Pünktlichkeit, Ausdauer, Konzentration, Arbeitsplanung etc.) können emotionale und
soziale Aspekte, sowie deren Ausdruckskraft entwickelt und gefördert werden (z.B. Kommunikationsfähigkeit, Umgang mit Konflikten und Frustration,
Selbstwertgefühl etc.)
Wichtige Ziele dieser Therapie sind:
* Heranführen an eine geregelte Tagestruktur
* H andeln nach Vorgaben und Notwendigkeiten
* Förderung von Motivation und Antrieb
* Erschließen bisher ungenutzter Fähig- und Fertigkeiten.
Auch außerhalb der Zeiten werden Kreativgruppen (in Form von Freizeitgruppen und Projekten) angeboten, die dazu beitragen sollen, die eigene
Freizeit sinnvoll zu gestalten. Einige Beispiele sind die Schwimmgruppe, freies Gestalten, Nähkurse, Vorbereitungsgruppen für Veranstaltungen
(Fasching, Weihnachten, Disco, Sommerfest...), Lese-, Schreib- und Rechentraining, Antriebsgruppe, Entspannungsmalerei,...
Es wird manchen Bewohnern gelingen, hier den Grundstein für eine nachfolgende sinnvolle Freizeitgestaltung, sowie der Erhöhung der
Selbständigkeit zu legen.